Pänz vun Gereon - von 1979 e.V.



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Uns Pänz für unsere Kinder in Thailand

Bericht von unserem Besuch im Camillian Social Center in Rayong - Thailand (verfaßt von Karl-Heinz Papenkort)

 

    Kapelle der Einrichtung in Rayong/Thailand


Am 10.04. war es soweit. Schwer bepackt sind wir (Hans Georg Passmann mit Lebensgefährtin und Tocher sowie meine Frau und ich) nach Rayong gefahren, um unter anderem die Spende von 222 €, die ich von der Kajuja Köln bekommen hatte zu übergeben. Unter anderem hieß, dass wir noch großes Gepäck dabei hatten. Hans Georg hatte die Kinder seiner Jugendgruppe "Pänz vun Gereon", die er in Köln leitet, aufgefordert, alle neuwertigen Spielsachen, Puppen usw., aus denen die Kinder "rausgewachsen" sind, bei ihm für diesen Zweck abzugeben.

Für den Flug nach Thailand und den Transport der Spielsachen hatte ihm die LTU hierfür großzügigerweise ein zusätzliches kostenloses Freigepäck von 60 kg eingeräumt.

 

Und so sah unser Gepäck aus, als wir dort ankamen:

 
    Nicht auf dem Bild zu sehen waren die kleinen "Leckerchen" die wir zusätzlich vorher noch eingekauft hatten.

 

   

Die Kinder übten gerade einen Tanz ein, der wohl zu Songkran, dem Thailändischen Neujahrsfest irgendwo aufgeführt werden soll.

Diese Tanzstunde war aber ganz schnell beendet, als sie unsere vollen Taschen sahen. Es sind ja Kinder.

 

Tochter Angelina (12), die selbst zu den Pänz vun Gereon in Köln gehört und somit auch an der Spielsachen - Sammelaktion beteiligt war, wollte natürlich gerne selbst die Stofftiere verteilen. Angelina war an dem Tag übrigens der Star bei den Kindern. Alle wollten ihre Haut anfassen und sagten immer wieder: "So ein schönes Mädchen! Groß, weiße Haut und gerade Nase!" Das ist das Schönheitsideal der Thais. Wir sind so bekloppt und legen uns stundenlang in die Sonne, um braun zu werden, was vom deutschen Regen dann doch wieder schnell abgewaschen wird. Nach der Bescherung waren die Kinder richtig stolz, dass Angelina mit ihnen auf dem Gelände rumtobte.

 

   
Dann gab Vater Giovanni, der Leiter des Centrums, ihr erste Instruktionen, wie wohl die Bescherung vonstatten gehen sollte, in der Hoffnung, einigermaßen Kontrolle über die Aktion zu behalten.

 

   

Die Kinder wurden aufgefordert, sich in einer Reihe aufzustellen und die Geschenke in Empfang zu nehmen.

 

 
    Dann ging es los. 48 Kinder stürzten sich auf uns. So sind Kinder nun mal.


Während Angelina sich um die Puppen kümmerte, verteilten meine Frau und ich die Süßigkeiten.

 

    Meine Frau sieht auf dem Foto (unten rechts) richtig genervt aus. Aber nicht wegen dem Ansturm der Kinder, sondern weil ich mit dem Anreichen des Nachschubs nicht nach kam. Ich wollte ja schließlich auch ein paar Fotos machen.
 
    Während ich im Hintergrund dem Vater Giovanni die 222 € übergab, kämpfte Angelina noch immer mit den Geschenken.
 
    Neugierig ließen sich die Kinder vom Vater zeigen, wie Euros aussehen.
 
   
Es ist schon leichtsinnig, seine ergatterten Sachen so zu zeigen. Könnte ja ein Griff von hinten kommen
 
   
Er macht es besser. Beute machen und ganz schnell abtauchen.


Hans Georg Passmann ist auf den Bildern übrigens nicht zu sehen. Er stand tief bewegt etwas abseits mit leicht geröteten Augen.

Nach der Bescherung machten wir einen Rundgang durch das Gelände. Johny, ein ehrenamtlicher deutschsprachiger Mitarbeiter von Vater Giovanni erklärte uns die einzelnen Räume und Einrichtungen. Besonders bedrückend war der Blick in das Sterbezimmer. In dem Center sind ja nicht nur Kinder, sondern auch viele AIDS-kranke Erwachsene. Vielen kann leider auf Dauer nicht mehr geholfen werden, da sie einfach zu spät kommen. Aber alle Erwachsenen, die zwar HIV-positiv aber stark genug sind, arbeiten hier. Teils in der Pflege der schwachen Kranken, teils in der Küche, teils in der Pflege des Geländes oder in der Verwaltung und in dem Info-Zentrum, von wo man umfangreiche Aufklärungsarbeit im ganzen Land betreibt.

Am Abend folgte noch eine kurze Andacht in der Kapelle, die übrigens von den Kindern zelebriert wurde. Dabei erklärte der Vater den Kindern noch, wo wir her kommen und was der Kölner Karneval ist. Gut, er meinte zwar, dass das Oktoberfest und Karneval das gleiche ist, aber das haben wir ihm verziehen und später erklärt. Er ist ja Italiener. Dann bei einem gemeinsamen Abendessen mit den Kindern, wusste er schon mehr und berichtigte seine Erläuterungen.


 
    Außer Thai-Food gab es, wie sollte es bei einem Italiener sonst sein, natürlich auch Pasta. Aber nicht nur für ihn und uns Gäste, sondern auch für die Kinder. Scheinbar kennen und mögen die schon des Vaters Nationalgericht. Er konnte gar nicht so schnell verteilen, wie sie ihm die Teller hin hielten.


Zur Krönung servierte der Vater zum Schluss noch einen tollen französischem Camembert und selbst gebackene kleine Brötchen. Das allerdings nur für uns Gäste. Das ist nicht so ganz der Thai-Geschmack.

 

 

    Wie es bei Karnevalisten so üblich ist, überreichten wir Vater Giovanni und seinem Mitarbeiter Johny nach dem Essen noch einen Karnevalsorden.
 
   
Johny streckte seine stolze Brust so weit raus, dass er fast einen BH gebraucht hätte.
      
Vater Giovanni mit dem Orden der "Pänz vun Gereon"

Mit noch ein paar netten Plauderein ließen wir diesen sehr schönen, aber auch sehr nachdenklichen Tag ausklingen.

Noch nachträglich zur Erläuterung. Johny ist gebürtiger Luxemburger und lebte schon seit Jahren mit seiner Thai-Gattin in einem Strandhaus auf Koh Samui in Thailand. Plötzlich war seine Schwägerin HIV-positiv und er stieß auf dieses Center. Er war so angetan von der Sache und dem Engagement von Vater Giovanni, dass er sein Haus aufgab, in die Nähe des Centers zog und dort jetzt ehrenamtlich jeden Tag arbeitet. Er sagt selbst: "Ich habe eine gute Rente und brauche nichts mehr zu verdienen. Warum soll ich hier nicht meine Zeit mit einer sinnvollen Beschäftigung ausfüllen." Ich finde eine solche Einstellung toll.

Wenn man das selbst mal gesehen hat wird man sehr nachdenklich. Einerseits fröhlich herumtollende Kinder, aber wir Erwachsenen wissen über ihre Krankheit. Plötzlich sitzt eine 13-jährige neben Dir und Johny erklärt Dir, dass sie als 8-jährige von ihrem eigenen AIDS-kranken Vater vergewaltigt wurde. Jetzt ist sie auch HIV-positiv.

Andererseits gibt es auch etwas erfreuliches. Seit über drei Jahren ist in dem Center kein Kind mehr gestorben. Es gibt hier die gleichen guten Medikamente, wie in Deutschland, aber die Kinder haben keine Krankenkasse, die das finanziert. Dazu sind Spenden nötig. Im Center ist man stolz, das hier das älteste in Asien bekannte Mädchen lebt, die HIV-positiv geboren wurde. Sie ist mittlerweile 19 Jahre alt, hochintelligent und studiert.

Wer sich für diese Sache interessiert, ich stehe gerne für weitere Informationen zur Verfügung. der.leo@koeln.de

Wer die gute Sache unterstützen möchte, findet die Konto Nummer der deutschen AIDS-Hilfe auf der genanten Homepage "Unsere Kinder". Spenden mit dem Kennwort "Unsere Kinder Rayong" werden ohne Abzug von Verwaltungskosten in voller Höhe an das Center weiter geleitet.

 

Wer mehr über die Einrichtung wissen möchte, schaue bitte unter www.camillian-rayong.org


Projekt und Benefiz-Abend "Uns Pänz für unsere Kinder in Thailand"  [ hier klicken ]

Artikel Kölner Stadt-Anzeiger über unser Projekt   [ hier klicken ]

 



 

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